Unsere Daten gehören doch uns …


Lesezeit: 5 min.

Benutzer, sind nicht Kunden von Facebook, Google, Apple oder Amazon. Sie sind das Produkt von Facebook, …

Mein Eindruck: Vielen Benutzern kommt diese Aussage als ‚Neuland‘ daher!

Derzeit geht der digitale Transformations Rundumschlag einher. Hier kommt die Frage an die Umsetzung der EU-DSGVO. Auf der anderen Seite lässt Facebook die Muskeln spielen. Nur damit die Facebook Werbetreibenden mehr bezahlen müssen. Und das Kapital der FB Aktie weiter in die Höhe schnellt.

Es dreht sich um die Daten der Nutzer. Diese „Datenware“ wird die Existenz von Facebook und Co weiter aufbauen und wir übernehmen den Abbau. Wir tun dies auf zwei Arten: 1) durch die Produktion und Verbreitung von Inhalten (Posting und Sharing von Tweets und Status-Updates, Hochladen von Fotos und Videos, Kommentieren) und 2) durch die Zuweisung einer bestimmten Menge einer knappen, sehr wichtigen Ressource: unserer Aufmerksamkeit an bestimmten Inhalten und natürlich der Konsum der Anzeigen der Werbeindustrie! 

Benutzer der großen Netzwerke sind eher wie die vertraglich gebundenen, verarmten Bergleute Boliviens als wohlhabende Bitcoin-Miner mit riesigen Farmen & Depots! Nach dem Abbau dieser Datenware übergeben die Benutzer an die zentralen Datenaggregate, ohne Fragen zu stellen. Sie sind diejenigen, die den gesamten nachgelagerten Wert daraus gewinnen, indem sie all diese Informationen analysieren, bündeln und neu verpacken, um sie an ihre Werbekunden, ihre wahren Kunden, zu verkaufen. (Anmerkt.: Witz von Cybersicherheits-Guru Bruce Schneier : „Sie, Benutzer, sind nicht der Kunde von Facebook, Sie sind das Produkt von Facebook!)

Sicher, die Plattformen geben etwas als Gegenleistung für diese Ware: Sie liefern uns eine Auswahl an Inhalten zurück, die über ihre Netzwerke generiert werden, und sie schaffen ein Gefühl der Gemeinschaft und Verbundenheit unter allen, die sie teilen. Aber die hohe Bewertung von Unternehmen wie Facebook, Amazon und Google sagt aus, dass der Preis, zu dem wir diese Ware „kaufen“, sehr niedrig ist, ein Preis, der durch den Grad der Kontrolle definiert wird, den wir über die Zusammensetzung der Inhalte und die Community-Erfahrung erlauben.

Wir schaffen unsere eigenen Follower- und Freundesnetzwerke in dem Glauben, dass wir einen gewünschten Content-Stream und eine maßgeschneiderte Community für uns selbst schaffen. Aber in unterschiedlichem Maße machen die Algorithmen der Plattformen diese „freie“ Wahl zur Farce. Sie wählen unsere Newsfeed-Designs in unserem Auftrag neu und definieren damit die Echokammern, in denen wir zunehmend unser Online-Leben verbringen.

In Wahrheit hat Twitter für den größten Teil seiner Existenz einen höheren Preis für unsere Datenqualität bezahlt als das geizigere Facebook. Sein Newsfeed war weniger manipuliert, sondern eher ein roher, geradliniger chronologischer Strom von Tweets, während Facebook alles daran setzte, das zu schaffen, was sein Werbevermarktungsteam als „like pubiences“ bezeichnete.

Facebook extrahierte die Daten der Benutzer, um eine sorgfältig ausgewählte Mischung aus Fotos von Freunden, von Unternehmen beworbenen Beiträgen und Anzeigen in der Seitenleiste für Gruppen von Personen bereitzustellen, deren Datenspuren gezeigt hatten, dass sie diese Inhalte mit hoher Wahrscheinlichkeit miteinander teilen. Diese Echokammern, die bewusst geschmiedet und explizit an Werbetreibende vermarktet werden, sind die Ursache für das Problem der „falschen Nachrichten“, mehr noch als die Tatsache, dass russische Arbeiter oder mazedonische Kinder sie ausgenutzt haben.

In jüngster Zeit hat sich die Kluft zwischen Twitter und Facebook verringert, da erstere unseren Feed als Reaktion auf die Forderungen der Aktionäre manipuliert hat, und letztere hat unsere algorithmischen Verzerrungen als Reaktion auf den öffentlichen Aufschrei von Datenmissbrauch zurückgefahren. Unabhängig davon bestehen diese Modelle für alle Social Media Plattformen und die meisten Online-Anwendungen in der Aufmerksamkeitswirtschaft fort. „Was ist Ihr Datenspiel“ ist eine Standard-Venture-Capital-Frage für Start-ups, die Investitionen suchen.

Die Herausforderung besteht also darin, eine Architektur zu entwerfen, die es den Datenproduzenten – uns, den Nutzern – ermöglicht, weniger an diese zentralen Aggregatoren gebunden zu sein und eine dezentralere digitale Wirtschaft zu schaffen, in der wir den Daten des jeweils anderen vertrauen und diese besser nutzen können. Mehr Mitsprache darüber, welche Informationen extrahiert werden, anstatt nur passiv die manipulierten Feeds und Shopping-Tipps der Social Media-Plattform zu akzeptieren und zu schlucken, sollte letztlich sogar theoretisch zu besseren wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen für alle führen.

Das wäre doch einmal ein erstes Ziel. Oder? Die Blockchain kann unsere Daten nach unseren Interessen und Vorhaben sichern. 

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